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Forum Mitteldeutschland: Mitteldeutsche Länderchefs für verstärkte Zusammenarbeit

Die Regierungsspitzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sprechen sich für eine verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit in Mitteldeutschland aus. Dies bekräftigten sie im Rahmen des „Forum Mitteldeutschland“ in Leipzig, zu der die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und der Mitteldeutsche Presseclub eingeladen hatten.

„Mitteldeutschland ist eine Top-Gründer- und Innovationsregion mit starken und innovativen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, mit tollen Gründerzentren wie dem SpinLab in Leipzig. Es geht darum, Wertschöpfung in der Region, in Mitteldeutschland zu halten und den Boden für neue Ansiedlungen zu bereiten“, erklärte Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, im Rahmen des Forums. „Ein wichtiges Thema ist für uns aktuell auch Europa: Wir brauchen hier ein klares Signal aus Brüssel für eine starke Unterstützung der Regionen in der kommenden Förderperiode, wenn wir das Erreichte nicht gefährden wollen“, so Kretschmer weiter.

Beim „2. Forum Mitteldeutschland – Politik und Medien im Gespräch“ diskutierte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit seinem Thüringer Amtskollegen Bodo Ramelow und Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder zu aktuellen Schwerpunktthemen in Mitteldeutschland. Dabei ging es neben Szenarien für Stadt-Umland-Kooperationen und die künftige Förderpolitik für das mitteldeutsche Braunkohlerevier auch um die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in der Region.

„Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung sollte es selbstverständlich sein, über Landesgrenzen hinaus zu denken. Wir spüren diese Notwendigkeit bei fast allen Sachthemen – von wirtschaftlicher Entwicklung über Arbeitsmärkte bis hin zu Verkehrsprojekten“, hob Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hervor. „Auch ganz konkrete Vorhaben wie die Schließung von Lücken im Eisenbahn-Fernverkehr betreffen mehr als ein Bundesland“, so Ramelow.

Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder erklärte: „Über den ‚Tellerrand‘ eigener Ländergrenzen hinaus zu blicken, ist immer sinnvoll. Da, wo die drei Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Potentiale bündeln können, sollten sie dies tun.“ Er unterstrich, dass das Ziel sein solle, „Mitteldeutschland als eine kulturell und geschichtlich hochattraktive und wirtschaftlich erfolgreiche Region im Herzen Europas zu etablieren.“

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, zog in seinem Grußwort die Parallele zum späten 18. Jahrhundert: „So wie Verkehrsverbindungen die Lebensadern der industriellen Revolution waren, so ist die digitale Infrastruktur die Schlagader unserer Zeit. Sie ist elementar, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bürgerinnen und Bürger.“ Schnelles Internet sei kein Luxus, betonte Jung in seinem Grußwort, sondern „Bedingung für eine sich entwickelnde Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts. Einen Unterschied in der digitalen Infrastruktur zwischen Stadt und Dorf dürfen wir nicht zulassen“, so Jung.

An der zweiten Auflage des „Forum Mitteldeutschland“ nahmen am Donnerstag erneut über 200 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Medien im Weißen Saal der Kongresshalle am Zoo Leipzig teil. Die gemeinsam von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und dem Mitteldeutschen Presseclub zu Leipzig organisierte Gesprächsreihe will Politik und Medien zusammenbringen und damit das gegenseitige Verständnis vertiefen.

 

⁞⁞⁞ Foto v.l.: André Schröder​, Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Bodo RamelowMinisterpräsident des Freistaates Thüringen ⁞⁞⁞

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29.3.2018